[Rezension] Für mich soll es Neurosen regnen von Peter Wittkamp

Hey 🎀

Heute gibt es meine Rezension zu  »Für mich soll es Neurosen regnen – mein Leben mit Zwangsstörungen« von Peter Wittkamp. Danke an btb Verlag und Randomhouse für das Rezensionsexemplar und deswegen auch die folgende Kennzeichnung [Werbung]

Allgemeines

Titel: Für mich soll es Neurosen regnen – mein Leben mit Zwangsstörungen
Autor: Peter Wittkamp
Erscheinungsdatum: 14.10.2019
Seitenzahl: 320 Seiten 
Verlag: btb
Preis: 18,00 €
Klappentext: »Wenn alltägliche Dinge zum Problem werden. Peter Wittkamp ist ein lustiger Mensch. Er schrieb bereits Gags für Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf und ist seit Jahren Hauptautor der »heute show online«. Außerdem verhalf er den Berliner Verkehrsbetrieben mit der Kampagne #weilwirdichlieben zu einem ganz neuen Image. Doch es gibt etwas, dass nur sehr wenige Menschen über ihn wissen: Er leidet seit mehr als 20 Jahren unter Zwangsstörungen. Und zwar deutlich heftiger, als »noch kurz mal schauen, ob der Herd wirklich aus ist«. Und da er selbst nun mal nicht ganz unwitzig ist, gerät das neben den wissenschaftlichen Fakten, die in einem solchen Buch nicht fehlen dürfen, bisweilen sehr humorvoll, ohne das Thema der Lächerlichkeit preiszugeben. «

Meine Meinung

In diesem Buch erzählt der Autor seine eigene persönliche Geschichte von seinem Leben, das von Zwangsstörungen begleitet wird. Neben den autobiografischen Elementen wird auch Wissen zu dem psychischen Krankheitsbild vermittelt.

Wittkamp ist ein Gag-Schreiber und ein lustiger Typ. Das zeigt er auch in seinem Buch. Trotz dem ganzen Humor, den der Autor hier nutzt, spürt man als Leser dennoch, dass die schlimmen Aspekte hinter der Krankheit auch ernst genommen werden müssen und er sich nicht über das Krankheitsbild lustig macht, sondern das eine gewisse Ungewissheit und Angst immer mit dabei ist. Stattdessen wird die schwierige Thematik mit dem Humor aufgelockert.

Sein Schreibstil ist sehr leicht und angenehm. Man merkt, dass er sich in dem Gebiet wirklich auskennt. Ich schwebte förmlich durch die Seiten. Das Buch beinhaltet immer wieder Schlenker für Anekdoten. Sodass das Buch thematisch betrachtet wesentlich kürzer hätte werden können. Allerdings finde ich, dass genau diese Schlenker das Buch sympathisch wirken lassen und die Thematik auflockerten. Ich musste des Öfteren schmunzeln z.B. als Wittkamp seinen eigenen Sakkogeschmack lobt, da er das selbe Sakko wie Moritz Bleibtreu trug. Auch enthält das Buch eine klare Struktur. Es zeigt, wie aus einem vermeintlich kleinen Tick Wittkamps komplettes Leben kontrolliert werden kann und das durch seine eigene Gedanken.

Was ich sehr spannend fand, war die Beschreibung eines Tagesabschnittes bzw. der Weg von der Wohnung bis zu einer Lesung mit Zwangsstörungen. Es zeigt, wie lange ein solcher Weg dauern kann und wie viele Gedanken er sich währenddessen macht. Es ist unglaublich und für einen Außenstehenden kaum vorzustellen. Aber umso interessanter finde ich die Idee dahinter, damit man gerade als Person ohne Zwangsgedanken einen kleinen Einblick in ein Leben mit Zwangsstörungen erhalten kann, damit man für diese Thematik sensibilisiert werden kann. Damit vielleicht eines Tages Leute mit Zwangsstörungen offen über diese Thematik sprechen können.

Wittkamp macht mitten in seinem Buch ein FAQ (frequently asked questions). So werden häufig gestellte Fragen, die allgemein das Thema Zwänge behandeln, beantwortet. Auch Fragen, wie »was würdest du am meisten vermissen, wenn die Zwänge plötzlich weg wären«, beantwortet Wittkamp. Eine wirklich tolle und moderne Idee ein FAQ in einem Buch miteinzubinden.

Meine Bewertung 

Bewertung: 4 von 5.

Mein Fazit

Der ganze Humor bringt den Scham in die Geschichte. Ein ernstes Thema über das nicht oft gesprochen wird, wird so aufgelockert und einem näher gebracht. Jedem der sich für das Thema interessiert, kann ich das Buch wirklich empfehlen.

»Menschen mit einer Zwangsstörung wissen, dass ihr Verhalten übertrieben ist. Dass es eigentlich nicht nötig ist. Der klatschende Mann hat also nur dann eine Zwangsstörung, wenn er weiß, dass seine Handbewegungen Unsinn sind – er aber trotzdem nicht anders kann. Das ist der Kern der Zwangsstörung. Dem Zwangskranken ist absolut bewusst, dass er seinen Zwängen nicht nachgeben muss. Aber es hilft nichts, ihm zu sagen, dann hör doch einfach auf. Er kann es nicht.«

– Peter Wittkamp: Für mich soll es Neureisen regnen – mein Leben mit Zwangsstörungen, S. 111

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